»Perspektivenkongress - Es geht auch anders«
14. - 16. Mai Berlin

Berichterstattung

   Zusammenfassung vom Panel »Freie Informationsgesellschaft statt Monopolisierung von Infrastruktur und Wissen«
 

Zu Beginn des Panels gab Oliver Moldenhauer (Attac) eine kurze Einleitung zum Thema Geistige Monopolrechte. Dabei wurde aufgezeigt, welche wirtschaftliche Bedeutung die core copyright industrie schon hat und in welchem Maße Sie an Bedeutung zunimmt. Außerdem zeigte er auf, das die Informationsgesellschaft zur Zeit vor dem Scheideweg zwischen freien Umgang und einer nahezu totalen Kontrolle von seiten der Industrie steht.

Christiane Gerstetter (Buko) zeigte anhand des Beispiels Phytopharm auf, wie Unternehmen sich versuchen Jahrhunderte altes Wissen durch Patente an sich zu reißen. Dabei erklärte Sie auch die Eigenschaften von Patenten und welche Probleme mit Ihnen auftreten. Als Perspektive sah sie, das folgende Forderungen erfüllt werden müssen: Keine Patente auf Leben, Schutz des traditionellen Wissens vor Aneignung von Unternehmen und das Wissen und Forschung zum Wohl aller eingesetzt werden soll.

Prof. Dr. Bernd Lutterbeck (TU Berlin) listete auf welche Strategischen Optionen bei Softwarepatenten zur Wahl stehen. Er zeigte auch die Gefahr der »Eigentumsfalle« auf. Diese entsteht wenn die Gesellschaft auf einmal mehr Energie auf die Sicherung ihres Geistigen Eigentums verwendet, als in die Erfindung von neuem. Anhand von Prozessbeispielen bei Postkartenmotiven vom verhüllten Reichstag und Fotos vom Hundertwasserhaus, bei denen zugunsten Christo und den Eigentümern vom Hundertwasserhaus geurteilt wurde, wurde auch gezeigt, welche absurde Logik schon jetzt bei solchen Prozessen entwickelt wird. Am Schluß zeigte Er noch ein vier Punkte für die Förderung der Innovation auf (kurz zusammengefasst): Nicht Eigentum als solches über die Struktur bestimmen, Prinzip Evolution anwenden, je weniger fremdbestimmt, umso besser und Die Struktur der Wissensgesellschaft ist im Kern Code.

Annette Mühlberg (ver.di) hatte ihren Schwerpunkt auf einer öffentliche Infrastruktur, freier Informationszugang und einem freiem Wissensaustausch. Als erstes beschrieb Sie ihre Visionen(zusammengfasst): Jeder hat Weltweit Zugang zu jeder Information, es entsteht eine neue digitale Bibliothek von Alexandria, es herrscht Meinungsfreiheit statt Überwachung und Zensur, innovation und kreativität wird gefördert, es gibt offene Standards und eine große Medienvielfalt. Aber leider gibt es praktisch keine von diesen Visionen momentan in der Realität. Annette ging auf die Probleme der verschiedenen Punkte ein. Am Schluss stellte Sie verschiedene Forderungen auf: Eine Flächendeckende Vernetzung, öffentliche Internetzugänge, einen PC in jeder Sozialbauwohnung, demokratische Suchsysteme und Initiativen gegen die Privatisierung des Wissens, zugunsten demokratischer Teilhabe.

Andy Müller-Maguhn (CCC) sieht als Visionen das Recht auf Weltweit ungehinderte Informationen, Informationsfreiheit und Nachvollziehbarkeit und Beherrschbarkeit des Flusses der eigenen (personenbezogenen) Daten. Die Infrastrukturkomponenten der neuen digitalen Welt müssen transparent sein und plebiszitärer Handhabe unterliegen. Den Ist-Zustand sieht Maguhn grob gekennzeichnet durch fehlendes Problembewusstsein bei den BürgerInnen ebenso wie bei staatlichen Stellen. Gerade beim Datenschutz etwa ist der Staat keineswegs Vorbild. Die Industrie nutzt im Rahmen ihrer wirtschaftlichen Interessen den blinden Fleck bei Staat und BürgerInnen aus, deshalb tut Aufklärung not, etwa zu Alternativen wie Freier Software. Dabei glaubt Maguhn nicht an ein friedliches Nebeneinander von Freier Software und proprietärer Software. Wenn zum Beispiel in Freier Software patentwürdige Elemente enthalten sind, die später in proprietärer Software auftauchen - Wer führt die Prozesse zur Patentanfechtung oder noch schlimmer - wer wehrt die Patentansprüche proprietärer Software ab?

Gemeinsame Perspektive der ReferentInnen ist die Wissensallmende, Wissen teilen, Vergütung der SchöpferInnen, Einsparen von Vertriebskosten, Beispiele: wikipedia, creative commons, Freie Software

Vernetzung wird auf einem eigenen Workshop besprochen.

   

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